Der Durchhänger – jeden erwischt es einmal

Dieses Problem kennt jeder Athlet. Die Motivation ist am Ende und nichts geht mehr, kein Spass, keine Freude, nur mehr Qual.....

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Motivationsschwierigkeiten. Es kann über Wochen und Monate gehen, nur wenige Tage oder aber nur ein Durchhänger in einem Wettkampf. Natürlich gibt es für jede Situation eigene, ganz verschiedene Strategien, dies zu bekämpfen.

Heute will ich mich aber mit dem Durchhänger in einem Wettkampf widmen. Jedem ist klar, dass ein Tief kommen kann. Der Unterschied zwischen dem Sieger und dem Verlierer ist aber das Umgehen mit der Krise. Der Verlierer hadert an dem Umstand, dass es ihm jetzt nicht so gut geht, beschimpft sich selbst und sucht die Schuld an jemanden anderen. Das schaut oft so aus: „Wäre ich Idiot doch nicht die Attacke mitgegangen, dann würde ich jetzt nicht so leiden“ oder „diese blöde Panne hat mich total aus dem Rhythmus gebracht und jetzt geht gar nichts mehr“. Damit beginnt sich die Teufelsspirale zu drehen und man zieht sich immer weiter nach unten. Dann kommt irgendwann das Wurschtigkeitsgefühl „Heute macht es eh keinen Sinn mehr, ich finishe einfach ganz locker, um nicht mein Gesicht zu verlieren“. Sehr oft werden also Rennen schon sehr früh aufgegeben. Nicht nur im wortwörtlichen Sinn, sondern auch, indem man nicht mehr kämpft und ohne Animo finished.

Aber was dagegen tun? Im Wettkampf gibt es nur drei Schrauben an denen man drehen kann. Also eigentlich ganz einfach. Diese sind die Ernährung, die Geschwindigkeit und das Denken. Jede x-beliebige Situation kann man so lösen. Bekommt man Krämpfe, ist zu analysieren, warum man sie hat. Die allermeisten Ursachen dafür sind zu hohes Tempo und falsche Ernährung im Wettkampf, sehr selten ein Mangel an Mineralstoffen. Also was tun. An der Ernährungsschraube drehen, sprich viel trinken und essen und an der Temposchraube drehen und ein bisschen langsamer werden. Dann sein Denken auf die neue Situation einstellen und cool bleiben, bis sich der Körper wieder erfängt. „Jetzt nehme ich ein bisschen raus um dann wieder voll gehen zu können. Ich verliere dadurch ein wenig Zeit, meistere aber die Situation so am Besten.“ Der Verlierer würde jetzt hadern und die Situation verteufeln, der Pastaparty vom Vortag die Schuld geben und im Elend versinken.

Oder der ominöse Patschen. Der große Tag X und man hat eine Panne. So ein Pech, dass kann auch nur mir passieren. Jetzt ist alles aus, die Zeit ist futsch und ich kann eigentlich aufhören. Wie wäre die richtige Strategie für dieses Problem? „Ruhig bleiben, ich kann das, also werde ich jetzt ganz einfach das Problem beheben um dann in gewohnter Manier weitermachen“ Sobald das Problem behoben ist, verliert der Sieger keinen Gedanken mehr an die Panne. Und denkt nur mehr an die Pedalumdrehung und an den Schritt den er jetzt gerade macht. Er ist nur in der Gegenwart und hadert nicht mit dem was war und zieht sich damit runter. Jeder Gedanke an Vergangenes und nicht Beeinflussbares wird ausgeschaltet.

Jeder kennt die Situation, dass man müde wird und jeder Schritt schwerfällt. Der Verlierer denkt „noch immer 19 km zu laufen, dass schaff ich nicht, das halte ich nicht aus“ Wer allerdings seine Gedanken unter Kontrolle hat denkt nur an das, was er genau jetzt macht. Er denkt nur an den nächsten Schritt, an den nächsten Kilometer. Er unterteilt die Strecke in Zwischenabschnitte und kommt so bestmöglich ans Ziel. Einen Marathon zu laufen heißt nicht 42 km zu laufen, sondern 42 mal einen Kilometer zu laufen. So kämpft er immer und steckt nicht auf, denn es zahlt sich immer aus nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Rennen kommt immer wieder zurück, wenn man es nur nicht aufgibt. Ein Durchhänger ist immer eine Chance gestärkt aus einer Situation zu kommen und man ist entsprechend stolz auf sich, eine schwierige Lage gemeistert zu haben.

Der Sieger hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Ausrede.
Der Sieger findet für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer findet in jeder Lösung ein Problem.
Der Sieger vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.
Der Sieger sagt: Es mag schwierig sein, aber es ist möglich.
Der Verlierer sagt: Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.
Der Sieger ist immer Teil einer Antwort.
Der Verlierer ist immer Teil eines Problems.

Es zählt allein, was Du tust. Sei ein Sieger!